Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten – 6. Warum ‚Antizionismus‘ Antisemitismus ist

„Aus dem indizienmäßigen Nachweis von Verhandlungen zwischen Nazis und Zionisten auf deren Wesensgleichheit zu schließen, ist schon deshalb absurd, weil die gleiche Methode, angewandt auf den Mufti von Jerusalem, den Chef der palästinensischen Nationalbewegung bis 1952, nichts anderes ergäbe als den Beweis für ihren faschistischen Charakter. Dieser Rückschluß vom historischen Schein aufs Wesen ist deshalb illegitim und führt schon deswegen auf fatale Folgerungen, weil er die Vermittlung, die in der Logik der Politik liegt und sich in der Devise artikuliert, daß der Feind meines Feindes mein Freund sein muß, bewußt übergeht. So reduzieren sich die historischen und soziologischen Argumente für den Faschismus in Israel auf Propagandatricks rebellischer Linksnationalisten, die tatsächlich glauben, ihre Sache fände in den Metropolen dann Gehör und Unterstützung, wenn sie sich als antifaschistischer Kampf ausgibt: ‘ … wir wollen auch gerne, daß dieser Status des Faschismus von unseren europäischen Kollegen anerkannt wird‘ (Khella 1984, 16; zum ML‑Chauvinismus Khellas vgl. Interim 1991).“

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