Die sog. “Protokolle der Weisen von Zion”

Mit den Waffen der Aufklärung gegen den Mythos der jüdischen Weltverschwörung: Über Binjamin W. Segel (1867 – 1931)
Franziska Krah (Freiburg),
08.07.09 20:00,
Jos Fritz-Café, Wilhelmstr. 15, Freiburg i. Br.

Nach dem Ersten Weltkrieg gewann der Antisemitismus in Deutschland enorme Popularität; so gab es bald an die 400 völkische Organisationen und 700 antisemitische Zeitschriften. Der Judenhaß radikalisierte sich derart, daß die Gewalt alltäglich wurde und schließlich 1919 in der Ermordung Rosa Luxemburgs, Gustav Landauers und Kurt Eisners gipfelte. In dieser Atmosphäre machte sich der aus Galizien stammende jüdische Journalist Binjamin Segel daran, die 1920 gerade erst in Deutschland angekommenen, sich aber in Windeseile verbreitenden sog. “Protokolle der Weisen von Zion” zu analysieren und zu widerlegen. Die “Protokolle” – weltweit das bekannteste Weltverschwörungsphantasma – gelten heute als ärgste Propagandawaffe des Antisemitismus und wurden immer wieder aufs Neue bekämpft. Segel bietet mit seinem 1924 veröffentlichten Buch – ein Dokument zugleich der zeitgenössischen Reaktion des liberalen Judentums auf den Antisemitismus – als einer der Ersten eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Pamphlet,. Seine Schrift wirft die Frage auf: War man damals (wie heute allgemein angenommen) wirklich so naiv, daß man glaubte, der Antisemitismus sei lediglich ein “Vorurteil” und verschwände mit der Zeit von selbst? Und ist man heute vermittels von Experten wie Wolfgang Benz und dem Berliner “Zentrum für Antisemitismusforschung” tatsächlich endlich klüger geworden?
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