Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten – Israel: Projektionsfläche der deutschen Ideologie, schlaflose Nächte der völkischen Paranoia


Die Juden sind es, die die Gleichheit verweigern. In der Denunziation, sie seien elitär und arrogant, kurz: volksfeindlich und glei­cher als gleich, kommt ans Licht, daß man selbst zu Höherem sich berufen fühlt und danach giert, sein Licht nicht länger unter den Scheffel stellen zu müssen. Sie haben, was der Antisemit will, sie verhindern, daß er es be­kommt: die Blutsbande, die dicker sind als Wassersuppe, nationale Identität, Gemeinschaft im Volk, fraglose Einheit als Eigenschaft von Natur und Rasse, Synthesis von Individuum und Gesellschaft jenseits von all­gemeiner Konkurrenz und Futterneid. Die gesellschaftlich um die Vernunft gebrachten, auf den Verstand zurückgeworfenen atomisierten Einzelnen sehnen sich nach ihrem Untergang und ihrer Verschmelzung im repressiven Kollektiv, das endlich Ruhe, Ordnung und Überblick schafft. Was dem entgegentritt oder entgegensteht wird in das ‚Wesen des Jüdischen’ proji­ziert, von dem nur loszukommen ist, wenn es ausgetilgt wird.

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