Subjektform ist die Uniform

Der Soldat, d.h. das „Bereitsein zur Aufopferung im Dienste des Staates“ (Hegel), ist das Endergebnis der negativen Vermittlung von Bourgeois und Citoyen. Die marxsche Hegel-Kritik agiert unter diesem Niveau; so entstand die Staatsideologie des sog. „Marxismus“.

Aus: Jungle World N° 6 vom 5. Februar 2009

Marxisten sind ein seltsames Völkchen. Soll man sie ihrer ausgeprägten Neigung wegen, ihr theoretisches Bedürfnis in den marxschen Materialismus-Versuch zu projezieren, fürchten, soll man sie beneiden des akademischen Mehrwerts halber, den das abwirft? Etwa wenn behauptet wird, Marx habe eine „Staatstheorie“ entwickeln wollen, beginnend in der frühen, wie Thomas Schmidinger meint, „noch stark ’philosophisch’ geprägten Phase seines Werkes“ (Jungle World 05/09); insbesondere seinem Text „Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ von 1843 sei dies abzumerken. Darin liegt die Projektion, einen Text, der ausdrücklich nicht die Hegelschen „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ behandelt, sondern, wie ein unbefangener Blick in den ersten Band der MEW zeigt, eine „Kritik des Hegelschen Staatsrechts“ bieten will, und dies ausdrücklich nur in deren „§§ 261-313“, „zu einem Ganzen zu stilisieren. Dieser Trick, das Unfertige der Kritik zum Kompletten von Theorie aufzublasen, prägt die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der sozialdemokratisch-bolschewistischen wie der akademischen Marx-Rezeption. Der Lustgewinn, den das abwirft, besteht in der Installation des Basis-Überbau-Schematismus, dann folgt allerhand „Ableitungs“-Akrobatik. Schon die MEW-Redaktion hat behauptet, „Zur Kritik …“ behandle „den Abschnitt des Buches von Hegel, in dem die Frage des Staates behandelt wird“, und zum Beleg einen schematisch klappernden Engels angeführt (MEW 1, Fn. 92).

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